Mittlerweile ist ein Jahr vergangen, seit uns die Nachrichten von Unruhen in der chinesischen Provinz Xinjiang erreichten. Der Umgang der chinesischen Behörden mit Angehörigen der uighurischen Minderheit gibt immer wieder Grund zur Sorge.
Im konkreten Fall vor einem Jahr ging die ethnische Gewalt sowohl von Uighuren als auch von Han-Chinesen aus. Statt deeskalierend zu wirken, reagierte die Polizei mit Härte und heizte die Ausschreitungen damit noch weiter an. Durch ihr Vorgehen produziert und verstärkt die chinesische Regierung genau den Separatismus und die Radikalisierung, die sie eigentlich verhindern will.
Die journalistische Berichterstattung wurde offener gehandhabt, als noch im Falle Tibets 2008. Sie sollte jedoch uneingeschränkt möglich sein. Nur wenn die nötigen Informationen zugänglich sind, kann sich die chinesische wie die internationale Öffentlichkeit ein realistisches Bild machen. Ebenso kann dies zu einer Entlastung der chinesischen Behörden von pauschalen Vorwürfen führen.
Auch wenn die chinesische Führung verstärkt die wirtschaftliche Entwicklung Xinjiangs fördert, muss sie sich bewusst sein, dass eine reine Ausrichtung an konventionellen Wachstumsvorstellungen nicht zu einer Entschärfung beiträgt. Solange die uighurische Bevölkerung nicht angemessen von der wirtschaftlichen Entwicklung profitiert und nicht an Entscheidungen beteiligt wird, können sich ethnische Unruhen immer wieder leicht an Alltagsproblemen entzünden.
China muss zu einem offenen Diskurs mit allen Bevölkerungsgruppen bereit sein.
0 Responses to “Zum Jahrestag der Unruhen in Xinjiang”