Zum Ausschluss der Öffentlichkeit im Sportausschuss erklärt Viola von Cramon, Sportpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen:
„Mit schwarz-gelber Mehrheit wurde entschieden, die Öffentlichkeit im Sportausschuss nur noch auf Antrag zuzulassen. Bislang arbeiteten der Europa- und der Sportausschuss im Bundestag unter den Augen von Presse und BesucherInnen.
Seit der letzten Legislatur war die grundsätzliche Offenheit des Ausschusses gängige Praxis. Jetzt wurde dies kurzerhand mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP wieder rückgängig gemacht – mit der Begründung, die Berichterstattung sei zu negativ.
Ein interessantes Verständnis von Presse- und Meinungsfreiheit, das sich da auf Seiten der Regierungskoalition offenbart. Während alle Welt darüber diskutiert, wie wir mehr Öffentlichkeit und Transparenz in die Politik bekommen, möchte man in den Reihen der Konservativen und Liberalen kritische BeobachterInnen lieber vom politischen Geschehen fernhalten.
Im nächsten Schritt werden dann vielleicht wieder die PressevertreterInnen eingeladen, wenn sie versprechen, nicht zu schonungslos aus den Ausschusssitzungen zu berichten. Ein bisschen wie bei Putin & Co. Ob die schwarz-gelben SportpolitikerInnen meinen, auf diese Weise ihr Renommee aufpolieren zu können, möchte ich bezweifeln. Da helfen vielmehr lebhafte Debatten und Diskussionen auf fachlich hohem Niveau – und nicht der Ausschluss der Öffentlichkeit.
Das war kein guter Tag für den Sport.“
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